015 - Handyfrei – Warum Medienkonsum kein Zufall ist und wie Familien bewusst aussteigen - Petra Trautwein

Shownotes

Fühlt sich Medienkonsum im Familienalltag oft schwerer an, als er eigentlich sein sollte? Mehr Streit, weniger Verbindung, ständig das Gefühl, regulieren oder eingreifen zu müssen?

In dieser Folge spreche ich mit Petra Trautwein, Lern- und Mediencoach sowie Bestsellerautorin, darüber, warum Medienkonsum kein Zufall ist – sondern das Ergebnis eines Systems, das gezielt Aufmerksamkeit bindet. Wir schauen darauf, was Smartphones, Games und Social Media mit Kindern, Eltern und dem Miteinander in Familien machen – und warum Kontrolle dabei selten der richtige Weg ist.

Petra erklärt, warum Kinder beim Medienkonsum oft nicht „nicht wollen“, sondern „nicht können“, welche Rolle Dopamin, Überreizung und Vorbildverhalten spielen und weshalb klassische Erziehungsansätze hier an ihre Grenzen kommen.

Wir sprechen darüber,

  • warum Medienkonsum systemisch wirkt und nicht nur individuell
  • weshalb Kontrolle und Bildschirmregeln allein nicht tragen
  • wie Eltern Schritt für Schritt wieder Handlungsmacht gewinnen
  • und wie ein bewusster Ausstieg aus dem Dauer-Online gelingen kann

Eine klare, ehrliche Folge für alle Familien, die spüren: So wie es gerade läuft, fühlt es sich nicht stimmig an – und es braucht Bewusstsein statt Kontrolle.

VERBINDE DICH MIT PETRA Und hier nochmal meine herzliche Einladung und mein Geschenk: Wenn du das Buch „Handyfrei - wie Eltern ihren Kindern den gesunden Umgang mit Handy & Bildschirmen beibringen“ 10x bestellst und mir den Beleg an petra@petratrautwein.com schickst, sicherst du dir damit deinen Platz im Mediencoaching Handyfrei. 5 Wochen, online über Zoom immer am Dienstag.

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KAPITEL 00:00 Einführung in das Thema Medienerziehung 01:13 Petra Trautwein: Wer ist sie und was macht sie? 03:08 Die Auswirkungen von Handykonsum auf Kinder 05:10 Dopamin-Kicks und ihre Folgen 09:25 Frühe Auswirkungen von Medienkonsum auf Kinder 11:24 Vorbildfunktion der Erwachsenen 12:57 Systemische Herausforderungen im Umgang mit Medien 14:09 Psychologische Effekte des Medienkonsums 17:31 Die Suche nach Anerkennung und Erfolg 18:28 Vergleich und Selbstwertgefühl in der digitalen Welt 20:12 Die Wahrnehmung der Realität durch Kinder 24:48 Information Bias und Meinungsbildung 27:10 Die Bedeutung von kritischem Denken 28:06 Selbstverantwortung und Medienkompetenz 30:47 Auswirkungen der Medien auf Familienleben 35:12 Empfehlungen für den Umgang mit Medien bei Vorschulkindern 41:17 Elternverantwortung und Außenseiterposition der Kinder 48:14 Kämpfen für die eigenen Überzeugungen 51:08 Alternative Wege zur Mediennutzung 52:10 Anzeichen von Suchtverhalten bei Kindern 54:07 Psychologische Betreuung und Suchtkliniken 56:02 Elternverantwortung und Mediennutzung 58:50 Loslassen und Vertrauen in die Kinder 01:02:02 Individuelle Medienregeln für Jugendliche 01:04:54 Mediencoaching und Unterstützung für Eltern 01:08:01 Gesellschaftliche Herausforderungen der Mediennutzung 01:10:54 Dankbarkeit und wichtige Botschaften für Familien

VERBINDE DICH MIT MIR Website: https://www.fixthefamily.net Kontakt: susanne@fixthefamily.net

DISCLAIMER: Dieser Podcast dient der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine Finanz-, Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung. Entscheidungen zu Geldanlagen triffst du eigenverantwortlich.

Transkript anzeigen

Susanne: So, und heute habe ich wieder ein Interview für euch, und zwar habe ich Petra Trautwahn eingeladen. Und wer meinen alten Podcast Happy Little Souls kennt, der erkennt sie vielleicht wieder, weil da haben wir uns auch schon mal unterhalten. Petra ist Schullern- und Mediencoach sowie Bestsellerautorin in ihren Büchern, Raus aus dem Schulchaos, das wir damals besprochen haben, und ihrem neuen Buch, das musst du gleich nochmal sagen, wann es erscheint, jetzt in diesen Tagen erscheint, zeigt sie praxisnah wie Familien Schulstress und auch jetzt Handy-Konflikte hinter sich lassen können und Kinder dann hoffentlich wieder konzentriert, selbstbewusst und emotional stark werden. Und ich freue mich total, dass wir hier wieder ein neues Thema finden und diesmal in meinem neuen Podcast Und wir haben gerade im Vorgespräch schon ein bisschen darüber gesprochen, dass das total gut passt, weil Medien ja auch ein System sind, aus dem wir uns mental und am Ende auch wirklich in echt befreien dürfen. Deswegen freue ich mich jetzt total auf dieses Gespräch, Petra. Toll, dass du da bist.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Schön für die Einladung, liebe Susanne. Großartig. Ich freu mich auch.

Susanne: Ja, Genau, also meine Eingangsfrage ist ja, mal zähl mal noch ein bisschen mehr über dich. Wer bist du, wer ist deine Familie und was machst du so ganz genau?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Genau, also du hast ja schon gesagt, ich bin Coach und seit neuestem auch für die oder was heißt seit einiger Zeit für das Thema Medienerziehung, weil ich nämlich festgestellt habe, dass das einfach die Ursache Nummer eins für alle, Schul- Verhaltensaufälligkeiten ist und dass da geht es immer wieder ums Handy und da reden wir ja auch gleich nochmal darüber. Deswegen habe ich beschlossen, da auch ein Buch zu schreiben, weil es mir wirklich am Herzen liegt, dass Eltern da so ein paar Fakten über dieses System Medien verstehen, sodass wir nicht unseren Kindern diese Vorwürfe machen, ist faul und die hört nicht auf am Handy zu hängen, sondern dass wir da einen anderen Blickwinkel drüber kriegen. Ich habe selber drei Mädels, die sind aber schon größer, 19 bis 24 sind die und auch die habe ich natürlich durch die Schul- und Medienzeit durchbekleidet. Ich komme aus der Nähe von München, wo ich mit der Family wohne und wir haben auch noch ein Ferienhaus in Italien, was meine große Liebe ist, Italien.

Susanne: Ja, das ist ja auch was uns verbindet und wenn ich deine Fotos da irgendwie auf Facebook oder so sehe, denke ich so, ja will ich auch. Also das ist bei uns gerade auch Thema, aber das ist ein anderes Thema. Sehr schön. Also deine großen Töchter sind quasi noch so knapp wahrscheinlich an diesem kompletten Irrsinn, wie es inzwischen ist, geschrammt wahrscheinlich und trotzdem war es wahrscheinlich auch schon Thema.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja.

Susanne: Erzähl doch mal so ein bisschen was darüber, was weiß man denn heute darüber gesichert wirklich? Du hast das gerade schon angedeutet, du hast das als die Ursache auch für die ganzen Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten ausgemacht. Aber was weiß man denn wirklich gesichert darüber, wie sich Handys und Medienkonsum auf Kinder auswirken?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also da muss man natürlich vorab sagen, dass jede Studie auch mit ihrem Auftraggeber entsprechende Ergebnisse liefert und man da echt ein bisschen gucken muss. Es gibt auch da Diskussionen, ja, der eine ist so, der andere so. Es ist aber schon so, dass im Moment ganz viele Bücher erscheinen und auch der Manfred Spitzner, den ja vielleicht viele...

Susanne: Ja, ich fand.

Petra Trautwein I "Handyfrei": ganzes Buch darüber geschrieben, sehr, sehr viele Studien zitiert, die eben sagen, Aufmerksamkeit geht zurück, ja, weil ich ständig switche mehrere mehrere Bilder offen habe und nie an einer Sache dranbleibe. Ich meine, kennen wir Erwachsene auch aus dem Alltag, dass wir Mails gucken, im Bildschirm gucken, das Handy nochmal anschauen. Also die Aufmerksamkeit, die Konzentration und das ist für die Kinder eben ganz wichtig. Wenn ich nicht mehr aufmerksam bin, kann ich mich auch nicht mehr konzentrieren. Es ist tatsächlich auch solche Entwicklungen wie Sozialverhalten, das in der Pubertät stattfindet und das eben nicht stattfinden kann, wenn wir keine anderen Menschen zum Interagieren haben und interagieren heißt nicht am Handy ein Like schicken, sondern wirklich mit Menschen sich auseinanderzusetzen. Also ganz banal das Beispiel, wenn ich mit jemandem nicht klarkomme, dann blockiere ich ihn, wenn ich online bin und im echten Leben muss ich lernen, damit klarzukommen. Dann sind es aber auch so Dinge, die halt dann in den Schulalltag mit reinspielen, die in die soziale Isolation führen können und dann ganz krasses Zuchtverhalten. Also Medien ist einfach Zuchtproblem.

Susanne: Mhm. Das klingt schon alles ziemlich wild. Muss man denn da so ein bisschen unterscheiden, welche Art von Medienkonsum welche Auswirkungen dann hat? Weil ich meine, Handy-Scrawlen durch Social Media ist ja vielleicht noch was anderes als bei meinen Jungs großes Thema zocken oder sich mit irgendwelchen komischen YouTube-Videos berieseln lassen.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Mhm.

Susanne: wird ja trotzdem alles irgendwie sich anders aufwirken, auswirken auf die Gehirne der Kinder, oder?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also die Sachen, die du jetzt gerade genannt hast, tatsächlich nicht. Ob ich Gamer oder Social Media mache, ist vollkommen wurscht oder endlos YouTube Videos gucke. YouTube gucken ist auch was anderes als Fernsehen, weil es geht da immer diesen Dopamin Kick. Immer schneller, Das habe ich bei den Spielen, das habe ich bei YouTube, da suche ich Joggingvideos und bin am Ende beim Ultramarathon in Hawaii irgendwo gelandet, weil das halt immer krasser wird, weil unser Hirn immer mehr von diesen Dopamin Kicks möchte.

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Was anders ist, und das fragen mich halt viele auch immer, ist, wenn man die Kinder Musik hören, wenn wir gemeinsam die Sendung mit der Maus oder Willi wills wissen schauen, da ist kein Dopamin-Kick und daran kann man sich eigentlich auch relativ einfach festmachen, ist das dieses Schnelle, das mich immer mehr reinkommt, wo ich schwer wieder aufhören kann oder kann ich nach der Sendung mit der Maus ganz easy sagen, okay nächsten Sonntag die nächste Folge?

Susanne: Erklär das doch noch mal bisschen genauer, weil das find ich so megaspannend. bisschen hab ich mir da selber schon mal angehört und angesehen dazu, was dieses Dopamin mit unserem Gehirn macht und warum das eben grad bei den Kindern so rein kickt.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also ich erklär's als... Petra und Coach und Mama, nicht als Neuro- wissenschaftlerin, das schicke ich gleich voraus, das bin ich nicht, aber ich mache es immer pragmatisch für uns. Wir machen irgendwas und das ist schön und dann kriegen wir eine Belohnung. Wir können zum Beispiel eine gute Note in der Schule schreiben, ein Tor schießen im Fußball, einen Berg besteigen. Also gibt Dokaminkicks, gibt es nicht nur online, sondern die gibt es überall im Leben. Aber wie wir natürlich sehen, wenn wir scrollen oder wenn wir Videos gucken, auf YouTube zum Beispiel, dann geht es immer schneller, dass uns was gefällt und dass wir sagen, oh ja, wow. Und dann posten wir was und kriegen ein Like, zwei Likes, 500 Likes und es geht halt sehr schnell. Und unser Gehirn kriegt einen Dopamin-Kick und sagt, super fühlt sich das an, das ist unser Belohnungssystem, da geht es uns gut, da will ich mehr davon. Und jetzt könnte ich sagen, ich lerne mehr Mathe, dann kriege ich bessere Noten, dann wäre alles okay. Aber wenn ich sage, ich bleibe länger online und gucke noch mehr, dass ich da Likes und oder beim Gamen jetzt das nächste Level erreicht, da irgendwelche Rewards zu kriegen, dann ist es halt nicht mehr so gesund. Und das Gehirn von Kindern in der Pubertät, und die beginnt ja mit 10 manchmal, spätestens mit 12, und geht halt bis 18, 20, und tatsächlich ist die Ausreifung vom Gehirn erst Mitte 20 abgeschlossen. Und solange sind wir besonders anfällig für diese Dopamin-Kicks. ist ja auch klar, wir wollen als junger Mensch rausgehen, wir müssen uns auf unser eigenes Leben vorbereiten und da müssen wir ja auch eine Ortung kriegen, was taugt uns was nicht und dafür ist es eigentlich gedacht und nicht für Online und Social Media an. Und deswegen sind wir da besonders anfällig dafür. Wir sind auch besonders suchtanfällig, weil das Gehirn noch nicht ausgereift ist und gerade diese Regulierung schwierig ist. Und wir sind besonders anfällig für die Reizüberflutung. Die können tatsächlich Erwachsene einfach auch besser handeln mit ihrem ausgereiften Hirn.

Susanne: Okay, ich hab schon wieder 20.000 Fragen im Kopf. Wie immer. Aber was mir jetzt als Erstes einfällt, ist, du hast jetzt über diese Pubertätzeit gesprochen, weil es da wahrscheinlich so, was das Thema Schule und so weiter reinkickt, von dem Thema, von dem du ja auch kommst. Aber was ist denn sowohl bei den kleinen Kindern, würde ich gern noch mal einen Blick drauf werfen, wann ist da schon dieses Thema präsent und was macht das da? Und ganz ehrlich, ich hab auch das Gefühl, dass auch Erwachsene davon extrem offen sind. Und das find ich eigentlich noch krasser, weil man ja selber als Vorbild eigentlich fungieren sollte für die Kinder und Erwachsene sich selber, ich nehm das wirklich echt wahr, sich selber und ihr eigenes Verhalten gar nicht mehr reflektieren, oder? Aber lass uns erst mal mit den Kindern, mit den kleineren Kindern noch vor der Pubertät starten, lass das da ...

Petra Trautwein I "Handyfrei": Genau. Ja.

Susanne: wie da dieses Dopamin-Kick-Gesuche sich auswirkt.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also sagen wir mal, das Hirn im Allgemeinen, ist nicht nur das Dopamin, sondern es ist auch, wie ich Kreativität anlege, wie ich Lernen anlege. Ich habe für das Buch mit zwei Neurowissenschaftler in einem Interview geführt, dem Gerald Hüther und dem Dami Del Monte, und die haben mir da das nochmal gezeigt, dass es eigentlich ganz, ganz früh anfängt. Und ich war wirklich entsetzt, weil Kreativität und Lernverhalten wirklich schon eigentlich mit der Geburt startet. Und Dami Del Monte hat dann erzählt, ja, wenn wir diese Berührung nicht mehr haben, weil wir das Handy in der haben, während wir mit unseren Kindern die Park mal irgendwo und haben das Handy in der Hand, dann fehlt schon die Berührung, dann fehlt schon das Erleben von der echten Welt. jetzt nicht das, wenn wir die Kinder so erzogen haben, ist schon alles kaputt, aber man kann schon wirklich nach der Geburt direkt mit Berührungen, mit dem wie wir interagieren. Gehen wir mit dem Kinderwagen spazieren und reden mit dem Kind, auch wenn es uns noch nicht antworten kann, oder gucken wir halt in unser Handy rein. Dann hat er erzählt, erlebe ich eine Erdbeere auf dem Feld, so wie sie wächst und wo ich sie pflücken und anfassen kann oder kenne ich die ganzen Sachen nur aus dem Supermarkt. Das macht einen extremen Unterschied auf die Kreativität, die ich damit verbunden habe und die ich später mal beim Lernen brauche. Also es ist sehr, sehr komplex. Das muss ich ehrlicherweise sagen. Kann ich auch gar nicht alles erklären, aber die Auswirkungen sind schon für kleine Kinder da und je früher Was sich mit dem Thema befasst, desto besser tatsächlich. In der Pubertät wird es halt besonders krass, weil da der größte Hirnumbau stattfindet beim Erwachsenwerden und dann diese Hirnreife halt voll ins Aus gereift wird und wenn uns da bestimmte ja entgehen, dann können wir die auch nicht mehr nachholen.

Susanne: Mhm. Okay, ja, sehr wichtig, kommen wir gleich noch mal drauf. Jetzt mal einen Blick auf die Erwachsenen, weil wie gesagt, ich nehme wahr, dass da selber auch so das Bewusstsein dafür, was mache ich da eigentlich, inzwischen sehr eingeschränkt ist.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also wir sind ja auch immer Vorbild für unsere Kinder und die lernen nicht durch das, was sie sagen, sondern das, was wir tun. Das spricht, wenn die immer Mama und Papa mit dem Handy in der Hand sehen und da ist es egal, ob ich sage, ich arbeite, ich check den Kontostand oder ich suche, wie wir auf irgendeinem Maps irgendwo hinkommen. Sie sehen halt, die sind am Handy. Diese Vorbildfunktion ist schon sehr wichtig. Und dazu kommt, obwohl wir das Gehirn ausgereift haben, fällt es uns ja auch schwer aufzuhören. Und dann können wir uns vorstellen, ich gucke mal kurz, wann die nächste S-Bahn fährt und eine Viertelstunde später sitzen wir immer noch am Handy. Und dann können wir uns vorstellen, wie es den Kindern geht.

Susanne: Also ich kenne das auch von mir selber, ich beobachte das aber immerhin und versuche es auch gerade abzustellen, indem ich zum Beispiel jetzt das Social Network, wo ich mich am meisten rumtreibe, einfach mal vom Handy gelöscht habe, dann habe ich es da schon mal nicht mehr. Also es ist aber gerade bei uns, habe ich ja eben auch schon erzählt mit meinen beiden pubertierenden Jungs, insgesamt das ganze Thema Medien ein riesengroßes. Wie ist denn

Petra Trautwein I "Handyfrei": Genau.

Susanne: Also wir sehen, kleine Kinder werden schon nicht mehr altersgerecht irgendwie herangeführt an die reale Welt. Eben der Pubertät wegen Hirnaufbau besonders wichtig, Erwachsene kriegen es auch nicht hin. Was steckt denn sozusagen systemisch da eigentlich dahinter? Also wir haben da über den Dopamin-Kick gesprochen. Aber was ist das denn, was uns wirklich auch uns Erwachsenen es so schwer macht, diesen Medien loszulassen.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, das ist eben nicht das Kind, nicht gut erzogen ist oder nicht aufhören will, sondern es wirklich nicht kann, weil das System, Medien und es ist egal, ob das Apps sind wie Facebook, Social Media und so weiter oder ob das Games sind, die sind von Neurobiologen, von Psychologen und von Programmierern so programmiert, dass wir mit unserer Aufmerksamkeit dranbleiben sollen. Also sprich, das Ziel ist, uns süchtig zu machen. Und da kann man sich vorstellen, dann von einem Kind zu erwarten, Zu sagen, ich höre jetzt mal auf, das geht nicht. Warum machen die das? Weil das ihr Geschäftsmodell ist. Je länger wir dranbleiben, desto mehr Werbung gucken wir und desto mehr können die an uns verdienen in Games mit irgendwelchen In-Game kaufen und was weiß ich. Das Geschäftsmodell ist, unsere Aufmerksamkeit zu fesseln und das machen die ziemlich gut.

Susanne: Was ist denn da so der größte ... Du hast über das Dopamin gesprochen, aber gibt es da noch andere psychologische Effekte, die das verursachen, dass man da dran bleibt?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Naja, auch die Anerkennung, dass gesehen werden. Also sind eigentlich die Grundbedürfnisse des Menschen, die wir alle haben und die auch richtig sind und die man dann eben online stillt. Und das perfide daran ist, ich fühle mich als Kind zugehörig, weil ich 500 Freunde auf Insta habe oder irgendwo. In Wahrheit sind das aber keine Freunde. Ich komme von der Schule heim und denke, ich entspanne mich am Handy. Was passiert? Aber mein Hirn ist maximal gereizt. Das ist überhaupt nicht entspann- Also die gaukeln uns ganz oft eine Bedürfniserfüllung vor, wo sie in Wahrheit gar nicht stattfindet. Und jetzt ist das Ding, die Bedürfnisse an sich sind ja in Ordnung. Aber wir müssen halt gucken, vor allem bei unseren Kindern, dass sie nicht nur online gestillt werden. Weil dann kommen wir halt in diesen Teufelskreis rein. Ich habe aber auf, was weiß ich, wo 5000 Freunde und im echten Leben werde ich am Schulhof gemobbt. Ja, wo ist es dann schöner? Das ist ganz klar.

Susanne: Mhm. Ich glaub, es geht ja auch ganz viel darum, dass eben, diese, Erfolgserlebnis und sich verbinden und so ohne jegliche Anstrengung möglich ist, ne? Also, das hab ich grad bei dem Zocken da von meinen Jungs so das Gefühl, dass die da halt, ne? Also, grad der eine hat mir grad erzählt, was er da für einen tollen Rekord da irgendwie erreicht hat und dass das irgendwie sein großes Ziel war. Und dann denkt man ja erst mal so, wow, cool, bist du drangeblieben, ne? Und hast so einen Rekord, äh, geschafft. Aber es ist natürlich mit dem ...

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also

Susanne: was im echten Leben an Anstrengungen erforderlich wäre, irgendein vergleichbares Erfolgsgefühl zu bekommen, nicht ansatzweise vergleichbar. Und das ist doch wahrscheinlich auch so eins der ganz, ganz großen Themen dabei, oder?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, das ist der Grund, warum unsere Kinder fast für nichts mehr zu motivieren sind. ich meine selbst Sport, wo wir ja früher gesagt haben, also die gehen raus, die spielen, die spielen Ball, die machen alles Mögliche. Heutzutage gibt es ganz viele Kinder, die sich noch nicht mal mehr für Sport aufraffen können. Da reden wir noch gar nicht vom Lernen. Und das ist genau der Punkt, weil es in der Online-Welt so leicht geht. Warum soll ich mich denn im echten Leben anstrengen? Das ist ja total öd. Ich habe diese Woche mit einer Journalistin gesprochen, die hat dann auch gesagt, ist ja ganz spannend, dass auf den Berg zu steigen, eine Bergtour zu machen, nicht so viel Dopamin verursacht, wie wenn ich die gleiche Zeit oder Wahrscheinlich in einer Stunde spielen habe ich weniger Dopamin, als wenn ich auf den Berg steige. Mehr Dopamin, als wenn ich auf den Berg steige. Es wird alles anstrengender. Und dann ist es langweilig. Früher haben wir dann noch von Kurve zu Kurve Geschichten erzählt und Sachen gemacht. Und heute höre ich von den Mamas. Das interessiert mein Kind überhaupt nicht mehr. Basteln? Nee. Bücher lesen? Nee. Sport? Nee. Überall wird nur nee gesagt. Warum? Weil das Das möchte die Medien, das System möchte den Bildschirm. Das ist auch so eine Geschichte, die ich immer wieder merke. Wenn denen langweilig ist und uns nichts als Mamas oder Papas was wir ihnen geben können, dann ist die Bereitschaft zu sagen, nimm als Handy schon leichter, als wenn die sich noch gut beschäftigen können. Von daher ist es auch ganz wichtig zu schauen, was gibt es... Handy sind ja keine Teufelszeug, aber was gibt es denn noch? Wie kann ich denn noch glücklich sein? Wie kann ich mich noch amüsieren, Anerkennung, Erfolg und so weiter kriegen?

Susanne: Wir kommen auf jeden Fall gleich sehr ausführlich hoffentlich auf die Strategien, wie wir dagegen wirken können, auch für jede Altersklasse. Aber ich will noch so ein bisschen erst mal bei der Problemanalyse bleiben. Und ich glaube ja auch, da hab ich auch bei Happy Little Souls schon häufiger drüber gesprochen gehabt, dass auch jetzt im Erwachsenenbereich, und das wird ja bei Kindern ähnlich sein, dieses vor allem im Social Media viel unterwegs zu sein. Auch noch solche Themen wie dieses ...

Petra Trautwein I "Handyfrei": Mhm.

Susanne: Ich will mich, also vergleichen, ja? Ich sehe was und dann will ich das haben oder ich will auch so sein. Aber eigentlich will ich mich nicht dafür anstrengen, dann ist da wieder so, irgendwie kognitive Dissonanz dann da. Aber da werden doch auch gezielt irgendwie so Ängste geschürt und letztendlich werden wir doch in so einem System gefangen gehalten, was uns eben auf gar keinen Fall irgendwie gut tut, oder?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Mhm. Ja, also das ist schon so, wobei ich finde, das ist nicht ganz neu. Heute ist es halt, alle sind auf WhatsApp, alle spielen dieses Spiel, alle sind auf Instagram. Früher waren es alle, diese Turnschuhe, alle haben dieses Wett-Shirt von dieser wichtigen Marke, das ich unbedingt tragen muss. Also das ist halt was, was wir immer in unserem Leben schon haben. Sind wir im Außen oder sind wir bei uns? Und da gibt es diesen Schuh hoch, den meine Mama mir schon als Kind immer gesagt hat, wenn die anderen aus dem Fenster hüpfen, hüpfen wir nicht hinterher.

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": dass ich bei mir bleiben muss und dass ich auch mit meinem Kind darüber sprechen muss, warum es nicht das neueste Telefon kriegt, warum es nicht WhatsApp kriegt, obwohl es erst 10 ist und das ist erst ab 14 erlaubt, warum es keine Spiele ab 18 machen darf, wenn es erst 10 ist und all diese Dinge. Da muss ich stark sein, aber ich finde schon auch, das hatten wir früher natürlich noch nicht so krass, aber mit den richtigen Turnschuhen und den richtigen Sweatshirts und alle dürfen was weiß ich und ich darf es nicht, das gibt es ja schon immer.

Susanne: Mhm. Ja, find ich gut, dass das mal ein bisschen einordnest. Und trotzdem, hast du grade auch angedeutet, ich das Gefühl, das nimmt halt massiv zu. Weil man eben Zugriff noch hat, nicht mehr nur zu ... Also, das hab ich auch mal irgendwo schon gesagt. Man vergleicht sich nicht mehr nur mit dem Nachbarn oder den Kindern in der Schule, sondern man vergleicht sich mit irgendwelchen Influencern, die irgendwie in Dubai am Strand chillen oder was auch immer. Und, na, also, die Welt ... Der Vergleiche und das scheinbar Erstrebenswerten ist halt viel greifbarer geworden und viel vielfältiger geworden. Und ich glaube, ist schon, du hast eben auch von der Überlastung des Gehirns gesprochen, das macht schon auch was Krasses mit uns, oder?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, und wir können es halt oft auch nicht so gut einordnen. Also als Erwachsener denke ich, na ja, wenn die da in Champagner und Ferrari in Dubai am Strand liegt, was macht die die anderen 23,5 Stunden? Unsere Kinder sehen nur diese Bilder und tatsächlich glauben die, das merke ich auch bei meinen eigenen Kindern, die glauben viel mehr, was sie da sehen. als wir das tun. Wir hinterfragen das, kann das eigentlich sein? Ja, nee, die sieht mir jetzt nicht so aus, als ob es der Ferrari Ihrer ist. Vielleicht ist es ja ein Mietwagen, aber das machen unsere Kinder nicht und die glauben einfach wahnsinnig viel. Und natürlich kriegen sie gar nicht mit, dass sie eine Realität erleben. die auf sie und ihre Interessen auch zugeschnitten ist. Wenn ich ein paar Mal gucke nach Joggingvideos, dann kriege ich plötzlich lauter Joggingvideos und Werbungen und Influencer in dem Bereich angezeigt. Also meine Tochter ist Reiterin und ich habe mir da ein paar Anzeigen mal angeguckt aus Interesse und plötzlich war mein ganzer Feed voll mit Pferdezeug. Ich bin aber keine Pferdeliebhaberin und manchmal glauben wir, alle machen was auch immer. Und es ist in Wahrheit nur unser Fied, der uns es vorspiegelt, weil natürlich ist die Welt viel, viel größer.

Susanne: wichtiger Punkt. Das finde ich auch total perfide, sich diese Algorithmen so... Und das ist ja auch schon, das merkt man ja immer wieder, dass sogar wenn man irgendwie nach irgendeinem Produkt mal sucht, plötzlich irgendwie der Feed damit voll ist. Und also ich will jetzt hier keine Verschwörungstheorien irgendwie verbreiten, das liegt mir nicht so, aber wir hatten, mein Mann und ich letztens, wirklich skurriles Erlebnis, wenn wir uns unterhalten über eine neue Bratpfanne.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, und die Behandlung. Genau.

Susanne: Mein Mann hat gesagt, jetzt kaufen wir nicht noch mal so ein Teflonzeug, sondern ich kaufe mal so eine Edelstahlpfanne. Und dann haben wir uns darüber unterhalten, wie das dann wohl ist, damit irgendwie was zu braten und ob das Ei dann da drin hängen bleibt oder nicht. Ich schwör's dir, ich war dann nachher auf Social Media und dann kam das Video, das mir erklärt hat, wie das geht, dass ich in dieser Bratpfanne brate, ohne dass das Ei kleben bleibt. Ich hab gedacht, ich steh im Wald.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Alex, sag mal ja. Also ich weiß auch nicht, ob das stimmt oder nicht, aber sag mal ja.

Susanne: Also das fand ich schon echt skurril und mein Mann sagte, ihr müsst das auch schon begegnen. Also man weiß dann immer nicht, was jetzt noch irgendwie echte Wahrnehmung ist und ob es jetzt, weil man das mal gesehen hat, aber nur unterbewusst einem plötzlich die Idee kommt, so eine Pfanne zu kaufen könnte ja auch so rum sein. Aber das fand ich schon crazy.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Nein, das ist schon kaputt. Auch das ist Teil der Programmierung, dass unsere Vorlieben angeguckt werden. Werbung wird ja effizienter, wenn ich jetzt keine Pferdewerbung kriegen würde, sondern nur meine Tochter, dann ist sie ja effizienter. Das machen die ja bei Social Media. Und früher hat halt jeder die gleiche Zeitung bekommen, die gleiche Tagesschau geguckt und das gleiche Fernsehen geschaut. Und wir sind halt jetzt sehr individuell. Die Avatare in den Spielen können wir gestalten. Alle sehen so aus, wie wir das wollen. Und plötzlich haben wir das Gefühl, die Welt ist so, wie wir sind. ist es nur ein ganz kleiner Ausschnitt des Ganzen. Und das ist was, was für Kinder natürlich überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Klar, wie nehme ich die Welt wahr? Das, da hier zu mir reinpratzelt. Und wenn die dann so viel online sind und auch weniger in Gesprächen mit ihren Eltern, die das mal sagen, also, nee, ne? Die Welt besteht nicht nur aus Reiten. Guck mal hier. Weil es ist ja wichtig, dass wir sie darauf hinweisen. Und wenn das eben rausfällt, weil Eltern und Kinder so viel am Handy sind, dass sie gar nicht mehr viel miteinander reden, dann wird es schon. Also ich finde es gefährlich.

Susanne: Absolut. Und das hatte ich gar nicht so auf dem Schirm, Thema jetzt in unserem Gespräch, aber wir müssen es an der Stelle einmal anschneiden. Dieses ganze Thema Information-Bias und so, Also, man ja auch sozusagen in seiner Wahrnehmung das, was man über die Welt glaubt, und das ist egal, du hast es jetzt schon gesagt über die Kinder und Pubertierenden, die denken irgendwie, ne, alle liegen in Dubai am Strand und fahren irgendwie Ferrari, weil sie nur noch solche Bilder gezeigt bekommen. oder Erwachsenen, die halt irgendwie eine Information, Nachricht irgendwie bekommen und denken, ja, das ist auf jeden Fall Fakt, weil alle bestätigen mir das und dabei nicht verstehen, dass sie halt vom Algorithmen, Algorithmus nur die Dinge auch reingespielt bekommen, die sie halt in ihrer Selbstwahrnehmung wieder bestätigen. Kannst du dazu vielleicht auch noch mal was sagen? Weil das finde ich Wahnsinn, da, wenn man sich das gerade überlegt, was da passiert.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, und da dürfen wir halt auch nicht vergessen, dass Facebook zum Beispiel ja den Faktencheck auch abgeschafft hat zum Teil. Also in Europa weiß ich jetzt gar nicht genau, nicht so, aber in USA. Und da geht es natürlich auch mit so politischen Parteien. Die können einfach irgendwas raustragen. was sie in die Welt hauen wollen und keiner hat das jemals überprüft und plötzlich und das ist ja dann das Spannende, dann sind alle ganz erstaunt, was sie da lesen, gucken da drauf und dann wird es immer noch mehr ausgespielt. Also das heißt, wenn ich Fake News habe und ganz viele gucken die Fake News an, dann wird die wahrer, weil sie ja so viel gesehen haben. Es ist wirklich...

Susanne: Wobei, also da bin ich, da möchte ich dir ein bisschen widersprechen, weil das finde ich ganz schwierig. Auch diese Faktenchecker, die fand ich auch schon immer sehr, sehr diskussionswürdig, es mal vorsichtig zu formulieren, weil ich eben finde, wer legt denn fest, was Wahrheit ist. Und ich finde, gerade in der letzten Zeit wird das wieder so klar, dass Wahrheit immer durch einen subjektiven Filter entsteht letztendlich. Und ich find das ganz schwierig. hatten grad, weiß nicht, ob du das mitgekriegt hast, diese Diskussion mit Daniel Günther, der gesagt hat, man muss jetzt hier die Medien auch irgendwie dahin erziehen, dass sie wirklich alles checken und nur echte Wahrheit rausgeben. Das halte ich für extrem gefährlich, was das Thema Meinungsfreiheit und Diskussion und Diskurs ... Und es ist ja genau das Gegenteil davon, dass man sich auch mal mit einer gegenteiligen Meinung auseinandersetzt und sagt, wie kommt der zu dem Schluss? Wenn du nur noch... Ja, okay.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Da bin ich voll bei dir. bin ich voll bei dir. Es geht nicht darum, Meinung zu unterdrücken, aber man muss halt merken, dass es Meinung ist. Und ich meine, wenn wir so Beispiele nehmen, ich weiß gar nicht mehr, was da mal war aus den was in Haiti die Menschen essen würden und einfach so Dinge rauszuhauen und das glaubt dann ein Teil der Menschen, die das lesen. Das sind schon Fakten, die man checken kann, weil es gibt Dinge, die sind nicht wahr. Und ich finde es zum Beispiel bei den

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Talkshows im Fernsehen ganz gut, wenn die so im Nachhinein das, was ihre Talkgäste so rausgehauen haben, das mal reflektieren und zu gucken, ja, hier gehen wir mit und da gibt es noch andere Meinungen dazu. Dass man das einfach einordnen kann, weil die Welt ist nicht schwarz oder weiß, da gibt es viel mehr dazwischen.

Susanne: Hm. Naja, wie gesagt, ich finde gerade dieses Einordnen extrem schwierig, weil die das in die Richtung einordnen, wie sie es gerne eingeordnet hätten. Muss ich jetzt mal ganz klar aus meiner Sicht her darstellen. Ich finde, du hast gerade den Punkt gemacht, den ich an der Stelle wichtig finde, es gibt viel zu wenig Bewusstsein darüber, dass das alles, was dir als Wahrheit verkauft wird, im Prinzip Meinungen sind.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Genau.

Susanne: Und dass man sich mit der Meinung auseinandersetzen kann. gerade in der Bitcoin-Community, auch hier mal wieder das Wort zu streuen, gibt es einen ganz wichtigen Satz, der kommt daher, dass das ganze Bitcoin-Netzwerk open source ist und bedeutet, kannst alles, was in dem Netzwerk passiert, kannst du selber überprüfen. Und der große Satz ist Don't Trust Verify. Und ich glaube, wenn wir das auf unser Leben übertragen würden und wirklich genauer

Petra Trautwein I "Handyfrei": Mhm.

Susanne: wieder in die Selbstverantwortung gehen und sagen, was will ich denn glauben von dem, was mir da erzählt wird, dann sind wir da, wo wir hinwollen. Aber wie gesagt, ich finde es schwierig, wenn es Institutionen gibt, die dann irgendwie sagen, aber so und so ist es. Weißt was ich meine?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, das geht ja auch Menschen. Wenn ich jetzt einfach behaupte, die Susanne ist eine Kriminelle und macht irgendwas, also ich meine, da muss man einfach, finde ich, schon einen Riegel vorschieben und dann andere Dinge als Meinung kennzeichnen. Ich meine, wir haben ja eingangs schon gesagt, auch die Einschätzung von Psychologen, was jetzt Medien machen oder nicht machen, ist unterschiedlich. Es gibt auch Bücher, die sagen, wie man mit Medien die Kinder fördert und

Susanne: Mhm, genau.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also es kommt ja auch immer noch die Medienkompetenz erhöht, wo ich sage, die brauchen keine Medienkompetenz erhöht zu haben. Die sind so schnell da drin, die kennen sich so schnell da aus. Das ist so vernachlässigenswert im Vergleich zu dem, was es anrichtet. Aber das ist meine Meinung. Ich habe ein Buch in der Recherche zu meinem Buch gelesen, da hat ein Vater mit seinen Kindern gespielt und hat alle Spiele aufgeschrieben und was für strategisches Verhalten die dabei lernen und und und. Da mir der Mann gesagt, ich kann kein strategisches

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Verhalten lernen, indem ich spiele. Das kann ich nur in der echten Welt lernen. Ich weiß nicht, wer Recht hat. Ich habe das Gefühl, der Monte hat Recht, weil ich auch merke, dass meine Kinder oder Kinder, mit denen ich arbeite, lernen durch Medien. aber letztendlich, wer hat Recht, wissen wir nicht.

Susanne: Ja, das finde ich supergut, dass du das auch noch mal aufgreifst, dass auch in der Diskussion unterschiedliche Meinungen existieren. Und wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwie so dazwischen. gefühlt ... und von dem, was wir im echten Leben erleben, du mit deinen Kindern, ich mit meinen Mamas damals in den Coachings und so, ist es tatsächlich schon auf jeden Fall so, dass die Medien das Familienleben auch belasten. Und eben diese ... Also das ist was, das nehme ich eben an mir selber auch wahr, diese Konzentrationsspanne verkürzt und weiter. ich meine, sind, da kann man einfach auch auf sich selber hören, was das mit einem, was das mit einem macht, so oder?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, und sind die Auswirkungen aufs Hirn, die man dann merkt an der Schule und am Lesen und all solchen Dingen, aber ja auch solche Sachen. Weißt du, früher sind wir in Kinderlokale reingekommen und da war Rambazamba und die Kinder sind durch die, die Tische gesaust und haben sich lautstark unterhalten und heute kommst du ins Restaurant, da ist einfach stille und fünf Kinder sitzen am Restauranttisch mit jeweils einem Handy in der Hand, damit Papa und Mama sich unterhalten können. Ich mein, krass!

Susanne: Mhm. Ja. Jaja. Also, das finde ich auch, vielleicht können wir das mal noch kurz als Problem, und dann kommen wir mal zu der Lösung. Ähm, kurz ausführen, weil ich ... Wir reden ja hier über Familien und Familiensystem. Ähm ... Und da hat ja dieses ganze Medienthema, wir haben es schon bisschen angesprochen, aber es hat ja wirklich auch auf das soziale Miteinander in den Familien ... sehr unschöne Auswirkungen. Magst du das mal noch so kurz noch mal genauer auf den Punkt bringen?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, es wird viel weniger geredet. Damit geht's los. Und damit meine ich nicht, wie war es in der Schule? Ja, fein, alles okay. Und dann ist man froh, dass man gefragt hat und jeder geht seiner Beschäftigung wieder nach. Sondern wirkliches Reden. Wie viele Eltern wissen heute nicht mehr, wie es ihren Kindern wirklich geht und sagen auch, sie kriegen nichts mit, die hängen den ganzen Tag auf ihrem Bett rum und sind an irgendwelchen Bildschirmen unterwegs. Ja, scheint okay zu sein. Machen ja ⁓ alle. Alles in Ordnung. Nein. Es ist nicht in Ordnung, wenn Eltern nicht wissen, wie es ihren Kindern geht. Und ganz viele Kinder finden dann auch den Weg nicht, wenn es mal schrecklich wird, es den Eltern zu erzählen, weil die Schranke so hoch ist, weil man schon so lange nicht mehr miteinander gesprochen hat. Also das ist mal so, das ist diese Unterhaltung und diese Verbindung. Also dieses Ich dringe nicht mehr zu meinem Kind durch. Das haben ganz viele Mamas, die mir das erzählen, dass sie das Gefühl haben. Und das ist ein bisschen was gemeinsam einsam, weil was passiert?

Susanne: Mh.

Petra Trautwein I "Handyfrei": selbst wenn sie auf dem Sofa sitzen, meine auch Ehepaare, wir müssen gar nicht Familien nehmen, sitzen nebeneinander und jeder hat sein Handy in der Hand, auf dem Sofa, im Restaurant, ganz egal.

Susanne: Ich finde das immer gruselig, wenn ich im Restaurant solche Paare sehe. Das macht mich immer ganz sprachlos irgendwie und dann unterhalte ich mich mit meinem Mann.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, ich meine, ist schon wirklich krass. Dann kommen aber auch solche Dinge dazu hatten wir es vorhin schon. Die gehen nicht mehr zum Sport. Die werden immer dicker. Die werden bewegungsunfähig. Also ich meine, sind denn Kinder haben dann schon irgendwelche degenerativen Erkrankungen, bloß weil sie sich gar nicht mehr bewegen und solche Dinge, Gewichtszunahme, dann aber auch die Dinge Depressionen, Angstzustände und so weiter. Weil das schüttet das Internet natürlich auch, wenn ich da alles, was ich da also auf der einen

Susanne: Na.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Seite sehe ich in Dubai das Glitzerleben, auf der anderen Seite sehe ich aber auch Krieg und was weiß ich was, alles Pornografie. gibt ganz viele, das weiß ich selber nicht, weil ich habe auch keine Jungs und die sind da wohl ein bisschen gefährdeter, aber so früh wie heutzutage Jungs pornografische Bilder sehen und das kann ich nicht mehr rückgängig machen. Wenn die einmal so was gekriegt haben, ein Bild gesehen haben, dann ist es im Hirn und das kriege ich nicht mehr raus. Und Schlafmangel ist auch so ein Ding.

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": wie viele Kinder nachts am Handy sind und jeder sagt, meine nicht.

Susanne: Jaja, jaja. Das mit der Pornografie übrigens ist mir letztens erst begegnet, Das Thema war auch irgendwie so, so ein kurzer Video irgendwie. Und da ich gedacht, nee, das muss ich mir nicht anschauen, das betrifft mich nicht. Dann hab ich trotzdem reingeschaut oder mein Mann hat gesagt, nee, lass mal kurz reinhören, worum's da geht. Und ich war echt auch schockiert, weil das so süchtig macht. Weil das so die innersten, ursprünglichsten Triebe irgendwie halt sofort befriedigt. Und wie schnell daraus eine Sucht entstehen kann, ist anscheinend noch schneller als irgendwie mit dem Social Media-Scroller. Und das war mir überhaupt nicht bewusst, was das für eine Auswirkung haben kann. Und natürlich auch auf das Bild von Liebe und Sexualität, dann vor allem den offensichtlich Jungs in der Pubertät da irgendwie entwickeln. Das ist crazy.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Guck mal! Also wie gehen junge Paare miteinander wenn sie mit solchen Bildern aufgewachsen sind?

Susanne: Ja, was haben die für eine vollkommen verkehrte Vorstellung davon, was das eigentlich sein sollte, Auch noch ein Riesenthema. mein Gott. Dann lass uns doch jetzt mal so ein bisschen die Kurve nehmen und vielleicht machen wir das auch mal so ein bisschen nach so Altersgruppen. Was ist denn so, wenn man jetzt irgendwie kleinere Kinder noch hat, sagen wir mal so im Vorschulalter? Was ist denn da so die Empfehlung, wie man ... mit den Kindern, mit Medien umgehen sollte und aber auch als Eltern vor allen Dingen.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also im Vorschulalter sollten Kinder keine Medien haben.

Susanne: Gar keine, okay.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Und selbst ich bin auch für der Grundschule für gar keine Medien. Da kann man mal die Oma anrufen per Facetime oder was weiß ich was. Und das kann mit dem Telefon oder dem Tablet der Mutter sein. Ja, und da kann man auch der Oma mal ein Bild schicken oder so was. Ganz klar. Aber die haben nichts Eigenes. Und da ist die Gefahr noch am größten, die Medien als Babysitter zu missbrauchen. Weil wenn ich was arbeiten muss, wenn ich einen Termin habe, wenn ich mal dringend im Haus was erledigen muss, wie praktisch ist es denn, wenn ich dass das Tablet dahinstelle und mein Kind davor parke. Und jetzt meine ich nicht, dass man nicht mal die Sendung mit der Maus oder Logo gucken kann. Ist eine andere Geschichte, wie gesagt. Aber wie die Kinder parken und in dem Alter eben auch nicht unbegleitet. Also wenn kleinere Kinder solche Sendungen gucken, dann ist es ja auch wichtig, darüber zu sprechen.

Susanne: Mhm. Mhm. Wollte ich gerade sagen, ja. Ja, ja, okay. Weil das wollte ich gerade sagen, das hast du ja gesagt, und so sind wir auch groß geworden, dass man noch mal irgendwie die Sendung mit der Maus geguckt hat oder irgendwie so, oder hier Sesamstraße abends, ne, ins Bett gehen und da fand ja auch keiner irgendwie was komisch dabei.

Petra Trautwein I "Handyfrei": ist selbst ein schöner Familienfilm, da ist überhaupt nichts gegen einzuwenden, wenn wir den gemeinsam gucken, gemeinsam auf dem Sofa sitzen und über die Witze lachen oder... Also ich meine jetzt nicht den Thriller, wo auch wieder Dopamin angekickt wird, sondern einfach was, was halt Spaß macht.

Susanne: Mmh. Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Pippi Langstrumpf-Filme sind, ob das dann auch mal Harry Potter sein kann, völlig wurscht. Harry Potter hat ja auch bisschen Dopamin, da muss man dann halt gucken, wie viel Folgen gucke ich denn hintereinander. Aber im Grundsatz, wenn ich das gemeinsam mache, ist es immer besser. Ich sage Grundschule und davor, also eigentlich würde ich heute gucken, dass meine Kinder bis 14 kein Smartphone haben. Und dann sagen mir ganz viele, aber ich muss sie noch erreichen können, wenn sie in der Schule, nein. hatten wir auch nicht. Und jeder hat heute ein Handy, wenn ein Kind auf der Straße einen Platten mit dem Fahrrad hat, dann kommt innerhalb von Minuten irgendeiner vorbei, der mal fragen kann, kann ich mal meine Mama anrufen? Ich habe gerade einen Platten hier. Oder beziehungsweise, wenn das Kind eine halbe Stunde später immer noch nicht da ist und ich habe keine Ahnung, wo es ist, dann gehe ich halt mal den Schulweg ran und gucke, ob ich es irgendwo finde. Und da ist noch nicht irgendwie Holland in Not. Das ist ganz normal, den Bus zu verpassen. Da muss ich nicht Mama anrufen. Mama war einfach 20 Minuten und wenn ich dann noch nicht da bin, dann kann ich immer noch anfangen nachzudenken, wo es denn ist.

Susanne: So ein wichtiger Punkt. Aber das ist ja auch jetzt wieder ... Ich möchte gern auch noch mal darauf zurückkommen, was wir Eltern für eine Verantwortung haben. Weil ganz ehrlich, ich erlebe das bei Elternabenden, wenn dann verkündet wird, auf der Klassenfahrt, werden die Handys zu Hause gelassen, dass da Eltern wirklich durchdrehen. sagen, ja, nee, aber dann kann ich ja mein Kind nicht erreichen. Was ist denn das für ein Effekt? Das hab ich noch nie verstanden.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Hm. Das ist der Kontrollwahn. das Schlimme ist, genau diese Eltern packen dann ihre Kinder irgendwie vor irgendeinen Bildschirm, wo die online mit den schrecklichsten Menschen auf diesem Planeten in Kontakt kommen können, ohne das zu merken. Wollen die aber nicht ins Schullandheim ohne Handy schicken, damit sie ihnen abends gute Nacht sagen können. Da wird es wirklich bizarr. Also ganz klar, die Online-Welt hat viel mehr Gefahren als die Offline-Welt.

Susanne: Wichtiger Punkt, haben wir auch noch gar nicht drüber gesprochen, sag mal so ein paar Themen, die da irgendwie relevant sind.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Naja, diese ganzen Chats. Ich meine, das liest mir ja gerade dieses ganz beliebte Roblox und dann wird da rumgechattet mit irgendwelchen Menschen, die man nicht kennt und dann sagen sie, ach, lass uns mal auf da und da wechseln, dass wir uns einfacher unterhalten können. Und schon ist der 40-Jährige mit einem 15-jährigen Mädel verwandelt und das Mädel sagt dann irgendwann, ich möchte den besuchen, der ist so nett, den kenne ich von keine Ahnung was. Und die Mutter denkt sich, soll ich das erlauben? Aber sie sagt doch, er ist so nett und sie will den treffen. Und er ist ja auch 15. Nein, er kann 40 sein und er kann 60 sein. Vielleicht ist er auch 15, wissen wir nicht. Und im echten Leben dürfen die dann nicht alleine S-Bahn in die Stadt fahren, höre ich auch immer wieder. Das ist so, da ist unsere Denke so verschoben in der Hinsicht und eben dann gerade. Pornografische Bilder, die die dann einfach schicken. Also ich meine, das ist wahrscheinlich jedem von uns schon mal passiert. Da kommt irgendeinem Chat irgendein Bild, wonach wir nie gefragt haben, das wir nie sehen wollten. Das ist einfach da. Und dann macht ein zehnjähriges Mädel irgendein Chat auf oder ein zwölfjähriges und sieht dann solche Bilder. Das brauchen wir.

Susanne: Ich finde das auch extrem verstörend. Also gerade diese Roblox-Geschichte, mein Sohn spielt Roblox, ne? Und ich weiß noch, dass, und also vor allen Dingen auch, wie sich die Dynamik hier, wie sagt man, also gesteigert hat in den letzten Jahren. Weil als meine Tochter in dem Alter war, ne, die ist jetzt 20, also vor sechs Jahren. Da hab ich noch gesagt, alles, was du machst, will ich vorher selber wissen, was das ist. Dann hab ich mir TikTok installiert, damals noch Musical.ly, weil ich irgendwie wissen wollte, wie das geht, weil sie das unbedingt machen und haben wollte und so. Aber ich krieg das bei den Jungs nicht mehr hin. Es ist eine Dynamik, die ich selber nicht mehr kontrollieren kann. Und jetzt kommt eine entscheidende Frage, die ich vorhin im Kopf hatte. Die sagen dann, ja, aber alle meine Freunde spielen das. Und ich weiß, das sind wahrscheinlich nicht alle, aber tatsächlich sehr viele. Und wenn du jetzt sagst, bis 14 sollen die kein Handy haben und am besten gar nicht solche Medien nutzen und so, dann geraten die ja in eine total krasse Außenseiterposition. Wie gehen wir Eltern denn mit diesem Dreh

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also da ist die erste Frage, was ist ein gefährlicheres Außenseiter zu sein ohne Social Media oder mit? Das haben wir gerade schon besprochen haben und ich würde halt hergehen und sagen, also ich wäre wirklich

Susanne: Mh.

Petra Trautwein I "Handyfrei": jetzt so streng. ich würde sagen, also ich glaube das schon mal nicht, alle dürfen, das erzählt jedes Kind und dann machen irgendwann wirklich alle mit, weil jeder denkt alle anderen machen mit. Ich würde die fünf suchen, die es auch nicht wollen. Ich würde in der Klasse sagen, mich beunruhigt es, dass die alle Roblox spielen oder was auch immer sie tun, Minecrafts machen oder was auch immer. Wen beunruhigt es denn noch? Und wer möchte denn auch gerne, dass die Kinder da oder da oder da eben nicht sind? Und können diese Kinder sich denn im Leben einfach mal bitte treffen. Ich würde einfach das in die Hand nehmen und danach fragen. Das ist schon so ein Ding, dieses Ohnmachtsgefühl. Das habe ich gestern in meinem Mediencoaching gehabt. mir die Eltern gesagt, sind doch ohnmählich, wir können gar nichts machen. Wenn ich so durchs Leben gehe, dann kann ich nichts machen. Aber es geht immer ein Schritt. Wir wissen das, weil wir sind Coaches und wir sind in der Selbstverantwortung und wir wissen, es geht immer mindestens ein kleiner Schritt. Und wenn ich sage, okay, ich möchte nicht, dass du damit dabei bist oder vielleicht machst du es von meinem Her. Also wichtig ist, da braucht es individuelle Lösungen. Da muss man auch wirklich gucken, was ist jetzt für das eine Kind gerade wichtig und gibt es ein Nachbarskind oder gibt es keins oder gibt es einen Sportverein oder macht er das auch nicht. Da muss man halt individuell aktiv werden. Und das ist auch das. Wo ich jetzt ein bisschen in die Richtung Eltern einen Vorwurf mache, das ist anstrengend und das vermeiden wir oft. Aber ich finde, da müssen wir in die Verantwortung für unsere Kinder rein und das trotzdem machen. Kinder erziehen ist anstrengend und es ist anstrengender mit Medien als ohne. Keine Frage. Wenn wir dann also erst mal gucken und verstehen, sie machen das nicht gegen uns, sie sind nicht schlecht erzogen, sie sind nicht unwilling, sondern sie sind überfordert. Und dann probiere ich, gemeinsam aus dieser Überforderung rauszukommen. Wir waren vor einem Jahr in Schottland, meine Jüngste und ich, und da gab es so eine Initiative, gleich lange online wie offline, wie draußen sein. wenn

Susanne: Mmh.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Wenn Minuten Medienzeit möchtest, dann gehst du auch 30 Minuten raus zum Spielen in den Garten mit deinen Freunden oder wohin auch immer in Sportverein oder so. ist zum Beispiel eine super Idee. Und da gibt es 5000 Ideen, wo halt jede Familie oder jedes Kind das eine finden darf, was für sie passt.

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Kann man sich auch unterstützen lassen, wenn man das selber nicht schafft? Weil ich erkenne das an, dass das nicht für jeden einfach ist. Das ist überhaupt nicht das Thema. Ich habe mit meiner Buchmentorin da heute gesprochen, die gesagt hat, du bist in sowas immer so kreativ. Ja, ich habe das auch lange gemacht und gelernt. Aber wenn jemand das nicht ist, dann soll er halt jemand anders fragen oder sich auch mal coachen lassen. Warum denn nicht? Soll er sich das Buch kaufen? Das ist ja also...

Susanne: Ja, genau, dafür gibt es sehr gut.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Kurz ein Hinweis, mein Buch ist nicht ein theoretisches Buch, sondern ein sehr pragmatisches Buch. sind ganz, ganz viele Strategien und Tipps zu jedem Kapitel drin, die es eben umsetzbar machen. Mir ist ganz wichtig, das Thema Medien kommt uns wie ein Riesenberg vor und wir picken uns einfach mal zwei Sachen am Anfang raus, die wir ändern und besser machen und dann sind es die nächsten und dann sind es die nächsten und dann sind die nächsten und so gehen wir einfach durch. Dabei hilft das Buch. Der Untertitel ist ja, wie wir Kindern einen gesunden Umgang mit Bildschirmen beibringen und genau darum geht es. Wir wollen sie nicht bannen, sondern wir wollen, dass das gesund für sie ist und dass sie auch verstehen, was wir eigentlich wollen, nicht gegeneinander kämpfen.

Susanne: und Ja.

Petra Trautwein I "Handyfrei": sondern ich verstehe, dass mein Kind überfordert ist. Wenn mein Kind es nicht schafft Roblox auszuschalten, dann helfe ich ihm dabei. Und es kann auch sein, indem ich das WLAN abschalte, aber ich helfe ihm dabei. Das müssen wir halt irgendwie hinkriegen.

Susanne: Mh. Find ich toll. Ich bin auch schon ganz gespannt. Ich hab's ja auch schon vorbestellt, dein Buch. Aber ich würd gern noch mal zwei Aspekte jetzt von dem, was du gerade gesagt hast. Erstens, weil ich seh die Verantwortung genauso wie du sagst, viel mehr bei den Eltern noch. Und ich glaube, dass da eben dieser Medienkonsum genau die gleiche Wirkung erzielt hat, quasi wie bei den Kindern. Wir lassen uns so einlullen von dem, wie wir mit unserem Handy umgehen, dass wir es uns damit irgendwie schön reden, dass es bei den Kindern halt irgendwie auch so ähnlich aussieht und geben die Verantwortung also nicht nur ab, sondern wir übernehmen sie nicht mehr. Und ich fand jetzt gerade deinen Take gut, dass du gesagt hast

Petra Trautwein I "Handyfrei": Enough!

Susanne: dass man sich mal mit anderen Eltern auch zusammenschließen sollte. Weil das passiert ja auch nicht mehr. Obwohl wir alle in irgendwelchen komischen WhatsApp-Klassengruppen sind und so, gibt's da ja kaum jemand. Also hab ich noch nie erlebt. hab überlegt, ob ich das mal anstoße. Aber ich bin da schon mit anderen Themen mal unangenehm aufgefallen. Und das ist dann auch immer nicht gut für die Kinder, wenn man immer diejenige ist, die dann solche Themen da anstößt. Ähm ... Aber eigentlich müsste es ja mal so eine Initiative geben, sagen, okay, sag mal ehrlich, wie sind eure Regeln? Was dürfen die, was dürfen die nicht? Wollen wir uns nicht mal zusammentun, dass in dem wenigsten Klassenumfeld da mal gemeinsamer Konsens herrscht und man dieses höher, schneller, mehr Medien-Thema irgendwie mal bisschen runterdämpft irgendwie? Kennst du Beispiele von Eltern? Oder rätst du das Eltern, so was zu machen?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja. Ich würde das sofort machen. Also gestern Abend hat eine Mama mir erzählt, die Schule schafft zwanghaft iPads an für die siebten Klassen und sie müssen dadurch. Und dann hat die Mama nachgefragt, sie möchte das eigentlich nicht, ob die Lehrkraft das für sinnvoll erachtet, da was dagegen zu unternehmen. Und die Lehrkraft, Überraschung, sagt Nein, die Energie können sie sich sparen. Dann habe ich gesagt, nein, das kannst du nicht. Ich schwöre dir, dass es genug Eltern gibt, die auch sagen, ich möchte das nicht für mein Kind. Wir haben schon so viele Medien Kinder, die können wir nicht einfach ein Tablet morgen zum 8 in die Hand drücken und abends 8 nehmen wir ihnen wieder weg, weil sie müssen in die Schule und die Hausaufgaben und was weiß ich was alles noch machen. Da gehst du hin und sagst, ich möchte das nicht und dann... Ja, wir machen uns unbeliebt, auch für unsere Kinder. Aber wir dürfen auch unseren Kindern zeigen, dass wir halt Dinge nicht einfach annehmen, von denen wir wirklich überzeugt sind, dass sie nicht gut für uns sind. Und das ist ja so was. Man muss mal gucken, welche Kämpfe kämpfe ich. Wenn jetzt eine Lehrkraft irgendwas Pille-Palle-iges macht, wo es vielleicht nicht ganz schön ist, aber wo nicht für die Gesundheit oder für irgendwas Richtiges dagegen steht, dann muss ich auch nichts sagen. Aber wenn ein Thema wichtig ist für mich, dann möchte ich auch,

Susanne: Absolut.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also meine Kinder wissen das, die wissen auch, dass es unangenehm ist, aber da hält meine Mama nicht ihre Klappe. Tut sie nicht. Und da kann ich Eltern nur ermuntern. Ihr werdet überrascht sein, wie viel Zuspruch ihr findet und wie viel andere Eltern das genauso schon gedacht haben.

Susanne: mhm mhm Ich stimme dir 100 % zu und fühle mich auch schon wieder angesprochen. Verdammt. So. Und trotzdem, ich hab dann meine Jungs hier sitzen, sagen, nein, mach das bitte nicht, Mama. Weil dann sind wir die mit der doofen Mama, die dafür sorgt, dass wir alle weniger zocken dürfen. So. Solche Aussagen krieg ich dann. Das zerreißt einem natürlich so bisschen das Herz, aber du hast natürlich recht. Da geht's wieder um die Selbstverantwortung. wenn's wichtig ist, sollte man dann doch dafür losgehen.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Mhm. Ja, und ich würde dann auch sagen, meine Kinder sehen das komplett anders. Aber mein Punkt ist, ich möchte das nicht. Meine Kinder sind glücklich mit der Regelung und sie wollen vor allem, dass ich nichts sage. Aber ich möchte es nicht. Und ich meine, das ist auch ein Erziehungsauftrag, dass wir unseren Kindern beibringen, für sich einzustehen und zu gucken, dass ihre Bedürfnisse, was auch immer das jetzt gerade ist. Und das ist halt nicht.

Susanne: Ja.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Diese Ohnmachtsfalle, das Leben passiert mir nicht. Ich habe Einfluss. Und wenn ich dann nicht weiterkomme mit meinem Lautwerden in der Schule, dann muss ich halt überlegen, was kann ich denn sonst noch tun? Ich würde dann Eltern auch irgendwann raten, wenn ich sage, okay, das geht so gar nicht. Da müssen wir mal überlegen, ob wir in der richtigen Schule sind. Vielleicht müssen wir halt dann auf eine Waldorf- oder Montessori-Schule gehen, wo sowas nicht gemacht wird. Es ist nicht Gott gegeben, nächstgelegene Schulgebäude in diesem Ort hier zu gehen. Wenn ich das wirklich nicht will, dann kann ich schon immer auch was tun.

Susanne: Da bringst du jetzt gerade alles zusammen, was ich auch wichtig finde. Also dieses Gefühl von ich brauche eine Klarheit. Das war schon immer mein Credo bei Happy Little Souls und dem geheimnisbewussten Bütter. Das Wichtigste ist, sich mit sich und seiner Haltung klar zu sein und dann eben zu schauen, wie will ich es haben und wo sind die Lösungen. Und wenn die Lösung eben ist, irgendwie eine andere Schule.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Mhm.

Susanne: Oder, was ich auch immer wieder höre, gerade aus den Bitcoin-Kreisen gibt's da jetzt viele, die sagen, ja, oder eben, ne, ganz raus aus der Schule, anderes Land, ne, irgendwie erst mal ein Jahr Pause machen und reisen, hab ich grad gestern mit einer Frau gesprochen. Also, es gibt so viele Wege, wie man sich diesen Wahnsinn, in dem man so automatisch so drin ist, sich selber und eben auch die Kinder wirklich rausziehen kann, wenn man mal den Kopf dafür öffnet, welche Möglichkeiten es noch gibt und ... sich wirklich klar ist, bis wohin gehe ich und wohin gehe ich nicht mit. Ich gerade noch eine andere Frage im Kopf. Ja, bitte.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Lass mich ganz kurz noch ein Beispiel nennen. Der Gerhard Schüller hat ja in dem Interview, das ich für mein Buch mit ihm geführt habe, gesagt, wenn ein Kind mediensüchtig ist, dann wird er es aus der Schule nehmen und mit ihm die Donau entlang bis zum Ursprung fahren. Und da habe ich echt Mails gekriegt. ist denn das für ein lebensfremder Kerl? Und das geht ja nicht. Doch, wenn mein Kind mediensüchtig ist und ich habe Angst seine Gesundheit, dann melde ich es auf der Schule ab für ein halbes Jahr. Natürlich geht das.

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Die können ja auch nach Australien in ein Auslandsjahr gehen. Dann können sie auch die Donau runterfahren, wenn sie mediensüchtig sind. Das ist so mein Appell an alles. Geht viel mehr als ihr euch vorstellen könnt, wenn ihr es wirklich wollt.

Susanne: Ja, das hab ich auch gesehen und hab an der Stelle auch kurz gezuckt, weil es kam von ihm so überzeugend, dass man gesagt hat, na ja, aber können sich halt auch nicht alle leisten. Also dass man sich als Eltern jetzt irgendwie ein halbes Jahr rausnimmt und so. Aber trotzdem, also es geht auf jeden Fall viel mehr. Und das ist, ich, die wichtigste Botschaft. Wenn das Setting, in dem das Kind ist und das wirklich offensichtlich abgleitet, da reden wir gleich nochmal drüber.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Ja, da finden wir drei Bilder, das wir machen können. Danke.

Susanne: Dann können wir ein Setting so grundlegend verändern, dass wir es eben rausnehmen und uns ein Umfeld schaffen, in dem dann das Kind und wir selber vor allen Dingen wieder heilen dürfen. Also, da bin ich voll bei dir. Du hast gerade von Sucht, das hatte ich vorhin noch im Kopf, gesprochen. Was sind denn so Anzeichen? Also, ab wann wird es denn wirklich richtig gefährlich, hast du auch schon jetzt zwei, drei Mal gesagt.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Genau. Also ich bin jetzt hier keine klinische Psychologin und da muss man einfach auch nochmal die Fachleute gucken. Für mich ist es so immer, wenn ich nicht mehr alltagstauglich bin und das heißt beim Handy, ich kann dieses Ding nicht aus der Hand legen. Und mal kann das immer passieren, das ist überhaupt keine Frage, aber wenn ich jeden Tag merke, dass mein Kind das nicht kann, wenn das nicht mehr aus dem Haus geht, wenn das nur noch online ist, eben nicht mehr zum Sport geht, die Schule leitet, keine Freunde mehr da sind, dann ist Alarmstufe Rot wirklich. Dann muss man was unternehmen. Dann muss man auch nicht zu einem Coach gehen, sondern wirklich zu einem Psychologen oder zum Kinderarzt und sagen, hier, ich habe dieses Problem, hilf meinem Kind und ich würde sagen auch mir als Eltern, wie ich das dadurch bekleide. Das ist für mich auch ein wichtiger Punkt, aber das erste Mal das Kind braucht dann psychologische Betreuung.

Susanne: Mhm. Mhm. Mhm. Mhm. Was passiert in so einer psychologischen Betreuung? Weißt du das, wie dagegen angegangen wird?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Also es gibt zum Beispiel Suchtkliniken für Meniensüchtige. Ich habe da ein paar Reportagen geguckt und auch recherchiert. Da fahren die dann halt hin und dann am Eingang gütte ihr Handy und dann flippen die völlig aus. Müssen sie aber hergeben und ein paar Tage später haben sie sich dann dran gewöhnt. Also googelt mal, da gibt es tatsächlich viele Filme. Ich finde es sehr spannend zu gucken.

Susanne: Mhm.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Die gehen da ja immer durch und wie bei jedem kalten Entzug ist es anstrengend, aber am Ende, wenn man es durchhält, es eben gut. Sie sagen allerdings auch, dass die oft nicht in ihr normales Umfeld zurück können, weil sie da eben sofort wieder, wie bei jeder anderen Sucht, auch reinfallen würden. Und deswegen ist das schon ein riesengroßes Thema. Das kann man jetzt hier nicht so, das kann man wirklich nur anreisen. Aber Hilfe holen ist wichtig. Also meine Botschaft ist von alleine geht das ganz sicher nicht weg.

Susanne: Mmh. Mmh.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Und da braucht das Kind Hilfe und wir sind auch verantwortlich für die Gesundheit.

Susanne: Mhm. Ja, absolut. Und das ist eben das, was ich, glaub ich ... Also, wie ich's wahrnehme, bei vielen Eltern inzwischen irgendwie nicht mehr wahrnehme, dass sie sich dessen bewusst sind, wie sehr sie ... einerseits ... das kommt mir grad noch in den Kopf, was wir vorhin besprochen haben. Dass das so eine kognitive Dissonanz ist. Einerseits kann man ein Kind nicht ohne Handy irgendwie irgendwo hinschicken. Und andererseits sich dann drüber aufregen, dass es nur noch am Handy ist.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Mhm.

Susanne: Aber auch diese wirklichen gesundheitlichen Gefahren nicht mehr im Blick haben. Du hast vorhin gesagt, dass in deinem Buch auch eben so kleine Schritte genannt werden. Also, wenn ... Ich seh's halt jetzt grade. Ich würde heute ... das, wie ich den Weg Medien mit meinen Jungs vor allen Dingen gegangen bin, ich glaub, bei meiner Tochter wird es echt noch ganz gut im Griff gehabt, weil's eben noch eine andere Dynamik hatte. Und Jungs meiner Meinung nach ... Ich weiß jetzt nicht, ob es eben sechs Jahre später schon alles anders ist oder ob Jungs so anders sind, aber es ist eine ganz andere Herausforderung, finde ich. Und ich würde heute vieles anders machen, tatsächlich. Also wir haben auch, kann ich jetzt hier mal mich outen, zu früh angefangen, weil wir das Gefühl hatten, na ja, wenn sie irgendwie schon als Kleinkinder lernen, irgendwie, dass es nur eine Viertelstunde ist, dann können sie ja lernen, dass man es wieder ausmachen muss und so.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Vielen Dank.

Susanne: Ja, hat halt gar nicht funktioniert. Würde ich heute nicht mehr so denken. Ich hatte auch lange Zeit diesen Glaubenssatz, ja, aber wenn sie nicht lernen, mit diesen Controllern umzugehen und so weiter, dann verpassen sie irgendwann so den Anschluss an, wie Arbeit funktioniert und so weiter. Würde ich Du schüttelst den Kopf, zu Recht. Würde ich heute auch anders sehen. Aber ich sag dir, das reflektiert man dann halt auch erst im Nachhinein. Und man glaubt das dann halt auch eine Weile, weil man es sich ja auch irgendwie schönreden will. Dass es irgendwie so anstrengend ist, es anders zu machen als der Rest der Welt. Aber worauf ich hinaus wollte, eigentlich, du hast gesagt, es gibt so kleine Schritte, die du auch in deinem Buch beschreibst, dass man wenigstens mal ein, zwei Sachen, kleine Sachen erst mal verändert, auch das Familienleben wieder vielleicht ein bisschen zu beleben. Magst du da mal irgendwie ein, zwei Tipps schon mal so raushauen?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Genau. Vielen Also es gibt ganz, ganz viele kleine Schritte, die dann natürlich auch zu großen werden. Aber zum Beispiel ist für mich immer ganz coole Methode, die ich im Coaching immer als erstes mache beim Mittagessen und beim Abendessen. Also beim Esstisch gibt es kein Handy und zwar für niemanden, auch nicht für den Papa und die Mama, die irgendwie gerade erreichbar sein müssen. Und im Schlafzimmer ist auch kein Handy. Wir laden über Nacht unsere Handys alle im Flur. Punkt.

Susanne: Und das ist nicht selbstverständlich. Bei uns ist das, ohne mich loben zu wollen, selbstverständlich. Deswegen hab ich grad so groß geguckt.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Nein, es sind auch wirklich, also gestern Abend hat eine Mama zu mir gesagt, mein Mann, muss mit dem Handy da sitzen, der wird ständig angerufen und muss sofort reagieren oder dem fallen Dinge ein, die er noch erledigen muss. Dann habe ich gesagt, dann kaufst du ihm jetzt bitte ein Post-it-Blöckchen, legst es neben seinem Platz und wenn ihm dann ein dringender Gedanke kommt, dann schreibt er sich ein Stichwort auf und macht es nach dem Abendessen. Ja, also.

Susanne: Also das finde ich wirklich crazy, dass man das dann für den Erwachsenen schon schön redet, in Anführungsstrichen, und rechtfertig.

Petra Trautwein I "Handyfrei": Es sind oft dann tatsächlich Klischee hin oder her, sind oft die Papas, die dann sagen, ich muss aber erreichbar sein oder ich muss nachts im Schlafzimmer ein Handy haben, weil meine Eltern sind alt und wenn die mich mal anrufen müssen in der Nacht, weil was passiert, dann kann ich ein Festnetztelefon ins Schlafzimmer notfalls legen lassen. Haben wir zum Beispiel, wobei mittlerweile ist es auch ausgesteckt, weil ich sage, kann in der Nacht nichts tun, da müssen sie einen Notarzt selber anrufen. Wenn sie mich anrufen können, dann können sie auch Notarzt anrufen. Ich manchmal kommunizieren, ich bin nicht erreichbar. Bitte wenn was ist, ruft 112 an.

Susanne: Vielen

Petra Trautwein I "Handyfrei": pflegebedürftige Angehörige, die kleinen Kinder. Ich habe da eine Zeit lang, wenn meine Kinder nachts unterwegs waren, dann habe ich gedacht, da muss ich mit dem Handy erreichbar sein. Da bin ich auch immer noch so, dass ich sage, okay, da vielleicht kann man es mal ausnahmsweise, aber sicher nicht, wenn die jeden Abend durch die Straßen ziehen, dann jeden Abend das Handy da liegen haben. Dann muss man auch loslassen und sagen, sie sind jetzt groß. Meine Tochter ist ja dann irgendwann ausgezogen und dann ist mir aufgefallen, wenn die jetzt in Tübingen die Häuser zieht, kann ich ihr nichts tun, dann brauche ich auch mein Handy. nicht auf dem Nachtisch haben, wenn sie unterwegs ist.

Susanne: Das ist auch crazy, da muss ich kappern, weil das finde ich auch bei mir so verrückt. Also ich finde es wirklich verrückt. Wenn meine Tochter ist ja auch inzwischen ausgezogen, und da kann ich das total loslassen. Die war ja auch schon in USA ein Jahr, als sie 16 war. Also ich kenne das, dass wenn sie weg ist, ist sie aus meinem Kopf raus. Wenn sie aber mal zu Besuch zu Hause ist und dann abends auf Party geht... Dann sag ich, ja, kannst du bitte schreiben, dass du nach Hause gekommen bist und so. Dann bin ich sofort wieder in dieser Verantwortungsposition. Das ist doch auch verrückt, oder?

Petra Trautwein I "Handyfrei": Wenn sie da sind, sind wir für sie zuständig. Und ich meine, dass wir sie loslassen, das mussten wir ja auch lernen. Das geht ja auch nicht automatisch.

Susanne: Mhm. Ja, aber wichtiger Punkt, das ist zu sagen, dass wir diese Kinder auch loslassen. Ab welchem Alter, das haben wir vorhin übrigens den Faden verloren, wir wollten ja so die Kinder in den unterschiedlichen Altersgruppen nochmal ansprechen, aber dann machen wir da erstmal den Bogen, ab welchem Alter müssen wir sie denn jetzt wirklich loslassen, auch in ihrem eigenen Umgang mit Medien. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:00:06) Mhm. Mhm. Also ich würde sagen an der Oberstufe und ich würde davor auch keine Datenverträge für die Kinder abschließen, weil wenn ich wenn die mobile Daten haben, dann kann ich sie auch nicht mehr händeln und reglementieren. Das ist einfach so. Deswegen kein Datenvertrag, bevor sie dann losgelassen werden. Und das ist für mich Oberstufe. Also so 11. Klasse, 10. Klasse, kommt natürlich immer ein bisschen auf das Kind und auf das Umfeld an. Da muss ich lernen, loszulasten im Leben. Und ja, dann werden sie sicher länger dran sein, als sie das kurz Susanne (1:00:39) Mhm. Mhm. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:00:58) davor waren, aber dann werden sie das auch irgendwann merken. Also meine älteste Tochter hat irgendwann zu mir mal gesagt, sie ist jetzt doch froh, dass ich so streng war, weil sie das dann ganz gut gelernt hat. Und das ist was, was ich den Eltern auch gern mit auf den Weg geben möchte. Frag dich einfach, wenn die 25 sind und ihr sprecht dann darüber. Kannst du mit guten Gewissen sagen, ich wollte, dass es dir gut geht und ich habe das gemacht, von dem ich geglaubt habe, dass es gut für dich ist. Und dann ist alles in Ordnung. Mehr können wir nie tun. Susanne (1:01:27) Okay, dann schließen wir jetzt kurz einmal noch die wirklich die wichtigste Lücke, nämlich zwischen, du hast gesagt, bis 14 empfiehlst du quasi gar keine Medien, wobei mal Fernsehen oder irgendwie, ich sag mal jetzt in Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:01:39) Hörspiele hören das alles, aber eben kein Smartphone, 24 Stunden, sieben Tage die Woche in der Hosentasche. Susanne (1:01:47) Ja, okay. Und dann jetzt diese spannende Zeit der Pubertät, wo du ja auch gesagt hast, da geht's erst recht darum irgendwie, das Gehirn wird noch mal umgebaut, da passiert ganz viel. Wie würdest du es denn da jetzt dann empfehlen? Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:02:02) Also wie gesagt, Zeiten mag ich eigentlich gar nicht, weil jede Familie hat andere Prioritäten und ich gehe schon auch mit, wenn Eltern sagen, ich möchte aber, dass die zwei Stunden am Tag haben, weil das funktioniert, dann ist es für mich fein. Ich persönlich habe meinen Kindern immer schon nur eine halbe gegeben. von der fünften bis zur zehnten damals würde ich jetzt von der siebten, achten bis zur zehnten eine halbe bis maximal eine Stunde finde ich sinnvoll, wenn aber das anders gehändelt wird. Und es ist ja auch immer noch wichtig. alle anderen Kontakte. Sind die beim Sport und haben Freunde, passt die Schule, dann können sie auch länger. Dann wird man ja nicht drüber reden. Wenn ich aber ein neurodivergientes Kind habe, das zum Beispiel ADHS hat, dann hat es auch vielleicht überhaupt keine Medienzeit unter der Woche, weil es einfach das nicht handeln kann und weil dann diese diese Unruhe noch gesteigert wird durch jede Minute. Und ich meine, ich brauche ein Kind nicht eine Viertelstunde Medienzeit mit 14 geben, da flippen die völlig aus. Dann sage ich lieber, okay, unter der Woche gar nicht. Habe ich auch immer wieder Kunden, es dann so regeln und das finde ich super. Susanne (1:03:06) Mhm. Also, das heißt, hier auch wieder individuelle Situation und halt auch schauen, wie gehen die Kinder damit ⁓ Und das merke ich bei uns auch, also, das ist wirklich ein Fluss. Ja, wir müssen's immer wieder anpassen und noch mal was anderes ausprobieren. Jetzt haben wir gerade, kann ich auch mal teilen hier, ähm, die Regelungen gefunden, dass wir mittwochs und sonntags komplett alle miteinander, also vor allem am Sonntag, die Handys komplett weglegen. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:03:23) Genau. Mhm. Susanne (1:03:37) Und das ist eine großartige Erfahrung. Das erinnert mich jetzt auch daran, was du vorhin gesagt hast. man erst irgendwie so, beim ersten Sonntag ist es mir ehrlich gesagt nicht gelungen. Ich hab's vergessen einfach. hatte plötzlich irgendwie den Laptop vor mir stehen und so. Und dann kamen meine Kinder so und ich so, Entschuldigung. Also man merkt es, aber jetzt, wo man sich so drauf einlässt, das ist die totale Entschleunigung. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:04:03) Mhm. Susanne (1:04:03) Das ist total krass, weil man plötzlich wieder dieses Thema Langeweile hat. zwar nicht nur bei den Kindern. Und man das aushalten darf, dass die Langeweile haben, sondern ich selber auch. So hab ich angefangen wieder zu puzzeln und so was. Weil ich sag, ey, wie cool, ja? Also wirklich mal was anderes oder wir gehen zusammen raus oder wir fangen an, wieder Spiele miteinander zu spielen. Und das, finde ich, ist jetzt schon so ganz guter Ausgleich. Wir haben gesagt, dafür ... Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:04:18) Ja! Susanne (1:04:27) An den anderen Tagen, wo sie ⁓ die haben lange Schule und noch Hobbys, die sie auch alle noch wahrnehmen. Insofern, ne? Also, da bin ich dann auch so ein bisschen bei dir, dass ich dann sag, komm, und dann an den anderen Tagen darfst dir den Abend irgendwie damit vertreiben, so wie es irgendwie für dich passt. Ähm, ja, also das ist jetzt gerade so unser Stand. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:04:35) Genau. Da kriegt ihr auch ganz, ganz viele Anregungen im Buch, was man da überlegen kann, wie man da im Einzelfall entscheiden kann und so weiter und so weiter. Das ist einfach auch wichtig. Es gibt nie starre Regeln, sondern jede Familie tickt anders und hat andere Bedürfnisse. Der erste Schritt ist im Buch mal zu gucken, was davon gefällt mir und was setze ich ⁓ Und wenn ich damit nicht klarkomme, vielleicht auch in den Mediencoaching zu kommen, da darf ich vielleicht ganz kurz eine Minute Werbung machen. Susanne (1:04:52) Super, Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:05:18) bis das Buch erscheint, eine Aktion. Gerade weil ich diese Welle haben möchte, weil ich ganz viele Eltern haben möchte, die sich das Thema angucken. Wenn du dir zehn Bücher für neun Freundinnen und dich selber holst, dann lade ich dich ins Medien-Coaching ein und dann kannst du fünf bis sechs Wochen ins Medien-Coaching kommen und wir gehen diese Schritte gemeinsam durch. Das gibt es aber nur bis zweiten zweiten, wenn das Buch erscheint. Also schnell überlegen. Das ist echt eine coole Sache, die dir jetzt gerade drin sind, sind ganz Susanne (1:05:18) Unbedingt. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:05:47) glücklich, a, weil sie andere Familien mitnehmen, kann man übrigens auch einem Lehrkraft mal schenken oder einem Kindergarten schenken oder irgendwie Omas schenken, und b, natürlich weil sie doch noch mal Fragen stellen können und diese persönliche Begleitung haben. Das ist einfach cool und ich möchte gerne so viele wie möglich mitnehmen, deswegen mache ich das zu diesem vergleichsweise sensationellen Gegenwert von zehn Büchern. Susanne (1:06:12) Sagt man, dieses Mediencoaching ist individuell oder ist das ein Gruppencoaching? Erzähl mal noch mehr. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:06:16) Wir sind Gruppencoaching per Zoom. Also wir treffen uns Dienstag abends um 19 Uhr auf Zoom und ich gehe mit euch so die Schritte durch. Interaktion, Fragen stellen, Gruppenaufgaben. Unter der Woche seid ihr über eine WhatsApp-Gruppe verbunden, sodass man da auch noch mal gucken kann, das was wir jetzt gerade erarbeitet haben. Wie setzen die Einzelnen das um? Wer macht was und sich da inspirieren lassen kann? Genau. Susanne (1:06:40) Okay, also jetzt dann noch mal kurze Entscheidung, weil der zweite, zweite steht vor der Tür. Aber das verlinken wir hier natürlich in den Show Notes, natürlich auch die Vorbestellung zu dem Buch. Und ich bin wie gesagt selber auch schon total gespannt darauf, weil ich eben gerade, wie gesagt, habe ich jetzt auch viel geteilt aus dieser persönlichen Situation her, merke, was für eine große Herausforderung das inzwischen ist. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:06:49) Genau. Susanne (1:07:08) was wir noch überhaupt nicht gesprochen haben, würde den Rahmen sprengen, was noch auf uns zukommt, wenn KI uns die Streams, also die Algorithmen, noch individueller gestaltet und mit noch mehr Fake News, ne? Also dann wirklich Fake im Sinne von ... Da wird dir individuell vorgespielt, was du irgendwie hören brauchst oder willst oder sollst. Also ich glaub, das wird noch mal ... ganz andere Dimensionen an Schwierigkeiten eröffnen, die wir uns heute überhaupt noch nicht vorstellen können. Aber deswegen... Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:07:43) Ja, weil die Kinder jetzt noch nicht so akut sind. Jetzt müssen wir erst mal gucken, dass sie das mit den Bildschirmen und dem Dopamin und dem Hirn allem geregelt kriegen. Und wenn sie das gut machen, dann können sie auch diese KI-Dinge anders einschätzen, als wenn sie da ungebremst reinrennen. Susanne (1:08:01) Ja, also bin ich völlig bei dir. Und deswegen wollte ich gerade auch sagen, das ist sozusagen erst mal die Basics, die wir irgendwie, und das habe ich wirklich das Gefühl, so gesellschaftlich verpasst haben, wirklich zu hinterfragen. Also es ist ja auch, können wir vielleicht noch mal kurz anreißen, so wirklich großes gesellschaftliches Problem, oder? Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:08:08) Genau. Ich glaube, ist halt einfach, weil wir keine Vorbilder haben. Wir sind ja die erste Elterngeneration, die das macht, machen muss. Wir können niemanden fragen. Nicht mal die Schwiegermutter hat eine wirkliche Meinung dazu, weil sie es selber nicht erlebt hat oder die Nachbarin, sonst zu allem was zu sagen hat. Wir lernen gerade mitten im System. Und das ist die Schwierigkeit. Und deswegen ist es auch total in Ordnung, dass wir uns überfordert und sonst was noch fühlen und uns da informieren und Hilfe holen. Susanne (1:08:38) Mh. Mhm. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:08:51) Also das ist wie was Neues lernen und wenn ich eine neue Sportart lerne oder wenn ich was weiß ich, neue Sprache lerne, dann gucke ich auch zumindest mal mit einem Buch, wie es geht. Susanne (1:09:02) Ja, genau. Und ganz spannend, möchte es mal, weil jetzt haben wir sehr viel Drama gemacht, in Anführungsstrichen. ich finde das, also es ist es ja auch. Aber ich erinnere mich gerade an ein Interview, das ich für Happy Little Souls mit Jan-Uwe Rogge, einem der großen Erziehungsautoren Deutschlands geführt habe. Und der hat gesagt, hat sich, also sein erstes Spezialgebiet war vor 30 Jahren schon Medienerziehung, Coaching und so. Und der hat gesagt, wenn man noch weiter zurückgeht, war so, das Thema Buch in der Öffentlichkeit angekommen ist, haben sich die Leute Sorgen gemacht, dass die Leute buch-süchtig werden und lesesüchtig und so. Und das fand ich auch sehr, spannend, weil heute ist man froh, wenn die Kinder mal ein Buch lesen. Und na, damals war das aber das, was irgendwie das Teufelszeug war. Also vielleicht, ne, wird das Ganze ja auch so in Alltag integriert werden, dass man ... Ich glaube ja immer an das Gute im Menschen. Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:10:02) Wir werden das lernen. Die Medien sind halt sehr viel schneller als Bücher oder als der Fernseher von 50 Jahren oder so kamen. Susanne (1:10:08) Ja, ja, genau. und unser Hirn muss halt lernen, damit klarzukommen und das wird einfach eine Weile dauern. Und ich glaube eben, und das schließe ich jetzt noch mal zu deinem Buch zurück, es ist eben wichtig, sich zu informieren. Zu informieren, was passiert da eigentlich, was steckt dahinter, welchen Einfluss hat das, wer sind, und da haben wir heute nur so bisschen das angerissen, wer sind eigentlich die Treiber dahinter, diese Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:10:14) Genau. Genau. Susanne (1:10:35) Tech-Konzerne, die uns darauf programmieren, da irgendwie abzutauchen in diese Welten. Und wenn man sich dieses Gesamtbild mal bewusst macht, dann, glaube ich, kriegt man da ganz gut ein Bild davon und kann sich dann wieder daraus einen Weg sozusagen erarbeiten, oder? ⁓ Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:10:54) Genau. Und hinter allem steht dann irgendwie so bisschen, und unsere Kinder brauchen halt eigentlich unsere Liebe und nicht unser WLAN-Kennwort. Also wenn man das so im Herzen hat, dann funktioniert es sowieso. Susanne (1:11:08) Das ist schön, dass du das auch nochmal sagst. das ist wirklich ein toller Spruch. Sehr, sehr schön. Petra, ich glaube, wir haben ein riesiges Feld ganz gut komprimiert hier mal zusammen aufgemacht und aber auch irgendwie beleuchtet und zumindestens die Dringlichkeit des Themas dürfte jetzt deutlich geworden sein und auch, dass wenn man mit Selbstverantwortung und Bewusstsein rangeht, da irgendwie die Kurve kriegen kann. Vielen, Dank für deine Arbeit in diesem so wichtigen Bereich. Also da gibt's auch, finde ich, noch nicht so viel und insofern finde ich das wirklich großartig, dass du dieses Feld da für dich gefunden und jetzt aufgemacht hast und wünsche dir natürlich ganz viel Erfolg für das Buch, dass sich das ganz doll verbreitet. So, zum Sch- Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:11:57) Danke und danke für die tollen Fragen. Susanne (1:12:00) Ja, das mache ich ja immer gerne. Es fiel mir in dem Fall jetzt auch wirklich leicht, weil es ja eben auch so mein Thema ist. Wie du ja schon aus unserem letzten Interview weißt, habe ich am Schluss immer zwei Fragen. Und ich weiß jetzt nicht mehr, wie du letztes Mal geantwortet hast, aber ich bin total gespannt, wie du heute darauf antwortest, weil die habe ich übernommen in das neue Format. Und die lauten, also die erste. Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du denn am dankbarsten? Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:12:32) Also erstmal überhaupt für mein großartiges Leben. Ich liebe mein Leben und ich finde, uns geht es so gut. Ich kann es einfach nur jeden Tag genießen. Dann auch, dass ich meine Kinder wirklich, also das rechne ich mir an und darauf bin ich stolz und dankbar, dass ich meine Kinder so gut begleitet habe, dass aus denen so großartige Menschen geworden sind. Das finde ich einfach toll. Und dann auch über die ganze Community, die uns hier so verbindet und dass es so viele Gleichgesinnte gibt und dass es so viele Menschen gibt, die was bewegen wollen. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Da gehörst auch du dazu. Und jeder hat so ein bisschen ein unterschiedliches Thema. Und damit, finde ich, machen wir die Welt so ein bisschen besser. Susanne (1:13:12) Schön und danke. Ich fühle mich aber auch verbunden immer noch mit, inzwischen irgendwie quasi mit zwei Communities und das ist total schön, das zu wissen. Genau und meine Schlussfrage ist immer, was ist denn so deine wichtigste Botschaft für meine Familien da draußen? Petra Trautwein I "Handyfrei" (1:13:22) Good. Kinder brauchen kein WLAN, sondern Liebe. Das ist schon das, was mir ganz wichtig ist. Susanne (1:13:37) Mhm. Mhm. Ja, das bricht's echt so großartig runter, Ja. Sehr schön. Also, wir könnten noch stundenlang in 1.000 Details da irgendwie abgleiten, aber ich bin sehr gespannt, was jetzt in deinem Buch, was ich da noch alles erfahren werde. wie gesagt, noch mal, ich wünsch dir da ganz viel Erfolg, dass es wirklich ganz viele Menschen erreicht und da mehr Bewusstsein sich auch gerade zu diesem Thema, ne? Wie sehr Eltern doch nicht hilflos sind, sondern eben gestalten können. sich hier wieder verbreitet und ja, alles Gute, wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt. Bis dann, tschüss!

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